Porno für Frauen…mal gucken

Nun da ich mich schon einige Zeit lang mit dem Thema Frauenpornographie und dem Pro- Sex Feminismus beschäftige, dachte ich mir, das es nicht ganz abwegig wäre, diesen einmal zu konsumieren. Corinna Rückert beschreibt in ihrem Buch die Merkmale von Frauenpornographie, sowie auch auf der Website des feministischen Pornofilmpreis Europa die Kriterien für den FemPorn* stehen, was auch sehr positiv klingt. Doch bin ich, muss ich gestehen vom Mainstreamporno ein klein wenig abgeschreckt, da er in meinen Augen nicht für Frauen gemacht ist. Wie auch schon der Sex- Positive Feminismus kritisiert, spiegelt er nur die männlichen Phantasien wieder, fokussiert werden die Geschlechtsteile bzw. die vom Mann dominierte Frau, Stellungen werden nur auf den männlichen Orgasmus ausgelegt, falls Frau doch einmal oral befriedigt werden sollte, dient es nicht (ihrer) zur Befriedigung. Kurz um, der weibliche Orgasmus wird so ignoriert, als ob er nicht existent wäre, die Frau wird als Stück durchblutetes vor Geilheit schreiendes Fleisch behandelt, dargestellt und teilweise auch so bezeichnet. Der Mann, wird eigentlich nicht wirklich gesehen, nicht wirklich deswegen, weil meist nur sein Geschlechtsteil in all seiner Herrlichkeit abgebildet wird. Prinzipiell immer ist er ein starker, dominanter, potenter Mann der auch immer und überall kann. Ihm wird keinerlei emotionale Kompetenz zugesprochen. Das sind nur einige Gründe, weswegen ich Pornographie gegenüber keine positive Meinung hatte. Nun ja, wie schon oben erwähnt, bin ich aufgrund der Merkmale und Kriterien von Frauenpornographie neugierig geworden. Auf diversen Websites findet Sucher sehr viel erotische Literatur und frau merkt spätestens nach dem ersten Absatz, für welches Zielpublikum diese geschrieben wurde. Doch findet man pornographische Literatur für Frauen, merkt frau das wirklich sofort. Auf den Websites von Erika Lust, Candida Royalle, Maria Beatty und Petra Joy gibt es kurze Trailer zu den Filmen. Schon bei dem Ansehen der Trailer stellt frau sofort einen Unterschied fest und ich stellte auch für mich fest, dass es „nicht schlecht ist“. Ich muss gestehen, eine meiner größten Befürchtungen war es, dass sie nur die sanfte, liebe und weiche Weiblichkeit und Sexualität zeigen würde, doch weit gefehlt. Im nach hinein denke ich mir, wie konnte ich nur, will dieses Genre doch ein Gegengewicht zu diese stereotypen Rollenbildern bilden. Es werden sexuelle Phantasien von Frauen dargestellt, die aber keineswegs den Mann unterdrücken. Die DarstellerInnen werden als Subjekte (Haut, Körper, Gesichter, Hände, ganze Menschen)durch verschiedene Kamera- Einstellungen, Licht- und Schattenspiele gezeigt und nicht als Objekte. Der Zuseher spürt die Lust, die Emotionen, die Freude und es ist keine Leistungsschau. Frauenpornographie ist kein „Gerammel“ bis zum männlichen Höhepunkt, nein es bildet lustvollen Sex ab, lustvolle Phantasien. Der Punkt der mich aber am meisten überzeugte ist der, das die Atmung und das Gestöhne und vor allem das Gesprochene nicht künstlich wirkte, sondern natürlich. Keine Bezeugungen der Frau wohin sie doch alles den „cock“ haben möchte, herrlich. Frauenpornographie ist gut, sehr gut und nein sie ist keine „Mädchenangelegenheit“, sie geht zu Sache. Mittlerweile habe ich Geschlechtsgenossinnen in meinem Umfeld und natürlich auch das andere Geschlecht von meinem Erlebnis unterrichtet und sie teilen meine Meinung. Die meisten, sind erstaunt, dass es „so etwas“ gibt und auf eine Art und Weise verwundert darüber, dass sie nicht schon früher darauf hingewiesen worden sind. Ich denke auch, dass diese Tatsache, ein Problem ist. Zu wenige Frauen wissen von Pornographie, die für sie gemacht ist bzw. schämen und scheuen sich diese auch zu konsumieren. Auch die Tatsache, dass für Frauen meist noch immer der Mainstreamporno als Norm sieht verstärkt diese Problem. PORNYES
nicht schlecht frau specht(IN) ;)

*(http://www.poryes.de/index.php?option=com_content&view=article&id=9&Itemid=11


Dr. Laura Méritt

Ist deutsche Kommuniaktionswissenschaftlerin, Sex- Aufklärerin, Sexarbeiterin und Sexpositivistin. Sie versucht sexuelle Vielfalt durch Einbeziehung  aller sexuellen Praktiken zu lehren. Sie ist Gründungsmitglied des Frauenkabaretts „Die Krampfadern“, engagiert sich in der Frauen-, Lesben- und Hurenbewegung als Mitarbeiterin in Beratungsstellen. Erstellt und übersetzt Informations- und Aufklärungsmaterial.                                                                                                                                 Ende der 1980er initiierte sie den ersten „Internationalen Hurentag“, der seitdem jährlich begangen wird. Sie ist auch Initiatorin der PorYes bewegung. Ihre Website Sexclusivitäten  zeigt einen Überblick über ihren Tätigkeitsbereich und

Sich auf Sexclusivitäten umzuschaun und zu stöbern ist sehr interessant, da Frau auf Literatur, Film, Kunst und andere Dinge stoßt, die ansonsten eher nur im Verborgenem liegen.  Laura Méritt schreibt offen über die Klitoris, Vagina, Masturbation, Huren, Dildos, Vibratoren, Orgasmen, Sex usw. Erotische Literatur wie auch historische Analysen sind zu finden.

http://www.sexclusivitaeten.de/


Annie Sprinkle

„Die Antwort auf schlechten Porno ist nicht kein Porno. Sondern mehr Porno!“

Annie Sprinkle ist 1954 in Philadelphia, Pennsylvania geboren (bürgerlicher Name Ellen Steinberg) und ist eine der bekanntesten und auch wichtigsten Vertreterinnen des Sex-positive Feminismus. Ihr Erkenntnisse und Ergebnisse teilte sich auf ihre einzigartige Art und Weise von Sexfilmen, Fotografien, Workshop und Vorlesungen mit der Gesellschaft.  Weiters ist sie ein international anerkannte Künstlerin die ihr Liebes- und Sexualleben mit Theaterstücken und bildender Kunst Ausdruck verleiht.

Annie Sprinkle begann ihre Karriere 1973, als  Prostituierte, Stripperin und Pornodarstellerin und hat sich während der letzten Jahrzehnte zu einer Spezialistin auf dem Gebiet der menschlichen Sexualität entwickelt und verbindet diese mit Kunst, Politik und Spiritualität. (vgl. Balkissoon 2007). Anfang der 1980er Jahre erregte sie sehr viel Aufmerksamkeit mit ihren innovativen Film „Deep Inside Annie Sprinkle“, der den weiblichen Orgasmus fokussierte, der Annie bei der Masturbation zeigte  und sei auch dabei direkt in die Kamera sah. Der Film und seine Machart, wurden als neue Art von Pornographie gesehen.

Ihre Bühnenauftritte hinterfragten nicht nur die stereotypen-männlichen Sexualität, sondern zeigten auch die weibliche Sicht der Dinge, überschritten Grenzen und sexuelle Kategorisierungen. Durch Bühnenshows wie „Deep Inside Porn Stars“ und die Arbeit in der feministischen Performance Group “Carnival Knowledge” die die Unterschiede zwischen Pornostar und Mensch zeigten und auch, dass dies zwei verschiedene Welten sind, zerstörte sie die gängigen Klischees, die über Sexworkers und stereotype Frauenrollen.

Mit der One-Woman Show „Post- Porn Modernist“ sicherte sie sich schlussendlich ihren Platz als zeitgenössische Künstlerin. Auf humorvolle Art und Weise präsentiert sie Körper und Selbst. Meist diskutiert in diesem Programm, war die Sequenz, in der sie mit gespreizten Beinen, das Publikum einlädt mit Hilfe des Speculum ihre Gebärmutter zu begutachten. Sie präsentierte ihre Vagina nicht als Objekt der Lust, sondern als Symbol für Schönheit und Mysterium. Doch einen beinahe Aufstand löste im Senat löste der Höhepunkt, ein Masturbationsritual aus.

2002 erhielt sie ihren Doktor in Sexualwissenschaften. Sie ist Sexualforscherin und der erste Pornostar der sich einen Doktortitel verdiente.  (vgl. Sprinkle 2)

Das derzeitige Projekt von Annie Sprinkle heißt „The Love Art Laboratory“ (www.loveartlab.org), in dem sie mit ihrer Partnerin Elisabeth Stevens zusammen arbeitet. Besteht aus Projekten bildender Kunst, Live- Performance, Installationen und einer alljährlichen Performance- Kunst Hochzeit mit verschiedenen nationalen sowie internationalen  Gemeinschaften. Diese Projekte sollen die Liebe  erkunden, bewirken und zelebrieren als eine Antwort auf die Gewalt in Kriegen, die Anti- Homosexuellem- Ehe-Bewegung geben. Jedes Jahr steht unter einem anderen Thema und Farbe.

Balkissoon, Denise (2007): Double Exposure auf: http://www.torontolife.com/features/double-exposure/?pageno=1, am 1.05.2011 um 19:01

Sprinkle, Annie 1 : http://anniesprinkle.org/about/short_bio.html, am 1.05.2011 um 19:18

Sprinkle, Annie 2: http://anniesprinkle.org/about/sprinkle_story.html, am 01.05.2011 um 21:06


Blog: Les petits Plaisirs und Mademoiselle Noctum

…gestoßen bin ich auf diesen Blog auf der Blogliste, der Bloggerin des Jahres… betrieben wird dieser Blog von Mademoiselle Nocturne, einer 22 jährigen Studentin der Sozial – und Erziehungswissenschaften. Ihr Interesse gilt der Welt der Erotik und der Sexualität und diese beleuchtet sie auch vom vielen Seiten und zeigt den Facettenreichtum dieses Bereichs.                                                                                                                                                                                                                                             Der Blog beinhaltet nicht nur Veranstaltungshinweise,  Literaturempfehlungen, Produktinformationen  sondern befasst sich mit wirklicher Erotik., nicht der 0815-Mainstream Pronographie, die aus Erotik und Sexualität nur mehr eine Art hektisch Marathon macht, sondern mit der Spielarten von Erotik und Sexualität aus der Sicht beider Geschlechter.

http://les-petits-plaisirs.blogspot.com/


Hello world!

…Willkommen bei FrAu SpEcHtIn… zum Kommentieren, Diskutieren,Kritisieren, Ergänzen ist Jedermensch herzlichst eingeladen…


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